Bericht Brevet 400km

Die Wettervorhersage ließ übles befürchten: nein, kein Schnee aber
Dauerregen wurde angesagt. Einige Leute bekamen kalte Füße und meldeten
sich kurzfristig ab, aber immerhin 32 Fahrer erschienen zum Start. Der
Wettergott war uns morgens noch hold: Start im Trockenen, die Gruppe,
mit der ich mitfuhr (viel zu schnell für mich) blieb bis Werben/Elbe
trocken. In Seehausen freie Kontrolle: Stempel beim Friseur, dann
Bäcker und Fleischer im Vorraum des Supermarktes sorgten für Zufuhr von
Fett (Kartoffelsalat und Bockwurst) sowie Kohlehydraten (Kuchen) dazu
etwas Kaffee zum Aufwärmen. Weiter gings. Bis Lübz regnete es sich ein,
und der Wind kam von halblinks vorne. Einfach eklig. Ein Highlight war
die "Geheimkontrolle" von Klaus, der wegen eines Unfalls nicht
teilnehmen konnte und uns mit Kaffee und Kuchen versorgte. Danke Klaus,
war eine schöne Überraschung, Danke auch an Deine Frau fürs Backen! Bis
Lübz war ich durchnässt, Manuel, den ich unterwegs aufgesammelt hatte,
ging es genauso. Wir steuerten eine Gaststätte an und aßen etwas. Die
Mitarbeiter waren sehr freundlich, hatten wohl Mitleid mit uns. Wie
durch ein Wunder hatte es aufgehört zu regnen. Der Wind kam jetzt von
achtern, und wir flugen in südöstlicher Richtung dahin. Das Stück bis
Lübz hatte ordentlich Körner gekostet, da war ich dankbar für den
Rückenwind.  In den Kontrollen in Röbel und Neuruppin hielt ich mich
nicht lange auf, trotz der sehr freundlichen und hilfsbereiten
Mitarbeiter dort. Ab Röbel fuhr ich mit Martin, der immer auf mich
warten mußte, da ich langsamer war als er. Er hatte wohl keine Lust,
alleine zu fahren, und nahm das langsame Tempo in Kauf. Auf den letzten
50km nach Berlin rein fing es nochmal an zu gießen, die Dusche im
Amstelhouse konnte ich mir schenken. Immerhin kam der Regen von hinten.
Kalt war mir auch nachts nicht, und um 3 Uhr früh kamen wir im
Amstelhouse an. Fazit: von 31 gestarteten Fahrern kamen 23 ins Ziel,
bei 45 Anmeldungen.  Finisher-Quote wie PBP 2007. Grundsätzlich kann ja
jeder machen, was er will. Bei den Fahrern, die nicht angetreten sind,
stellt sich mir aber doch die Frage, was die machen, wenn sie bei LEL
oder einenm anderem Superbrevet am Start sind und es gießt. Machen die
dann an der Startlinie einen Rückzieher? Klar ist es nicht schön, im
Regen zu fahren. Allerdings ist ein Regenbrevet eine gute Möglichkeit,
seine Ausrüstung und seine mentale Belastbarkeit zu prüfen und
Strategien zu entwickeln, mit Scheißwetter umzugehen. Wer denkt, er
kommt durch LEL ohne naß zu werden, täuscht sich.

Bilder scheint es nicht zu geben, ich habe keine gemacht und keine
erhalten, schaut/hört lieber das schicke
Video...