Randonneur - Brevet?

Geschrieben von: Dr. Musil

Sonntag, den 30. März 2014 um 16:10 Uhr - Aktualisiert Sonntag, den 30. März 2014 um 17:06 Uhr

Was ist ein Randonneur? Was ist ein Brevet? Fragen über Fragen für Ultraläufer. Um es

vorweg zu nehmen, es gibt eine immer größer werdende Gruppe Radfahrer, die ähnlich oder

sogar genauso wie wir Ultraläufer ticken nur eine deutlich längere Geschichte haben.

Als Randonneure bezeichnen sich die Radfahrer, die Langstrecken ab 200 km bewältigen und

dies zumeist sportlich unter bestimmten Vorgaben mit wenigen Pausen und fast völlig autark.

Diese Touren werden als Brevet bezeichnet und gehen zurück auf die älteste Radtour der Welt

- Paris-Brest-Paris mit etwas mehr als 1.200 km (nonstop). Diese Tour wurde ersrtmals 1891

ausgetragen.

Soweit so gut. Gestern hatte ich nun versucht, ein Brevet erfolgreich zu absolvieren. 200 km

war das Soll, das Ist war dann für mich 134,6 km und die Endstation hieß Brandenburg. Ich

wußte sehr wohl was auch mich zukommt habe die Folgen aber doch ein wenig unterschätzt.

Vom ARA Berlin-Brandenburg hervorragend vorbereitet ging die Tour für die ca. 90 Radfahrer

in drei Gruppen ab 07:00 Uhr in Moabit los und führte uns zunächst aus der Stadt in Richtung

Oranienburg, weiter in Richtung Neuruppin zur Raststätte Linum. Dort war die erste Kontrolle.

Auf der am Beginn der Tour ausgehändigten Karte musste der Besuch bei Mc Donalds mit

einem Stempel dokumentiert werden, drei weitere Kontrollstellen waren vorgesehen, die dann

allerdings als freie Kontrollstellen ausgewiesen waren. Der Radfahrer konnte sich also irgendein

Laden oder Tankstelle suchen und seine Kontrollkarte abstempeln lassen. Nach dem Besuch

auf dem Rasthof Linum ging es weiter zumeist über tolle Radwege in Richtung Rathenow und

weiter nach Brandenburg. Eines muss ich den Organisatoren Klaus und Ingo lassen, die

Strecke war sehr gut zusammengestellt und hatte eigentlich für jeden etwas zu bieten.

Aber es gibt bei einem Brevet auch Zeitfenster in dem diese Tour abgeschlossen werden

musste, die Kontollstellen haben zur Orientierung ebenfalls entsprechende Cut-Off-Zeiten. Die

gesamten 200 km müssen in 13,5 Stunden absolviert werden. Das hört sich erstmal

ausreichend an. Aber auch das muss erst einmal geschafft werden.

In Brandenburg jedenfalls war ich so nah am Zeitlimit, dass ich befürchten musste, die nächste

Kontrolle nach weiteren 50 km nicht zu schaffen. So hatte ich mich entschieden hier diesen für

mich anstrengenden aber wunderschönen Tag zu beenden und eben nur positive Erinnerungen mit zu nehmen.

Neben der Tatsache, dass ich wieder einmal Brandenburg mit seiner wunderschönen

Landschaft bestaunen durfte bin ich dankbar mit den Randonneuren bei dieser Tour,

insbesondere aber mit Ingo und Klaus, unglaublich liebe Menschen kennen gelernt zu haben.

Und es muss ja nicht das letzte mal gewesen sein.

Es gibt gleichwohl noch die eine oder andere Erkenntnis, die während der Tour in mir gereift ist.

Zunächst gilt auch bei einer Langstreckenfaht ohne ausreichendes Training bitte nicht antreten.

Mein Training, nur ca. 450 Straßenkilometer waren eindeutig zu wenig und ich viel zu langsam.

Habe die verschiedensten Räder gesehen. Ich benötige für diese Touren kein Carbon-Rahmen

und ein superleichtes Rad, ein gut ausgerüstetes Rad mit Alu- oder Stahlrahmen hat durchaus

seine Vorteile. Bewährt hat sich bei mir die neue Lenkertasche und die DAKOTA 20 mit dem

Track der Tour.

Zum Schluss der Hinweis, dass ich nicht zu den Radfahrern abwandern aber immer einmal

wieder einen Ausflug in die Richtung unternehmen werde!