Tage,  die Charakter formen
 
Unfassbar... dachte ich noch beim Blick auf die Wettervorhersage für Samstag vor unserem Brevet.
 
"SoFi´s" - Welt bei guten 15 Grad und dann das. Eines meiner digitalen Gadget´s signaliserte gar Schneeregen für den späten Samstag Nachmittag.
 
In Reichweite des Brevets (Wettervorhersage) kamen dann auch schon Tage zuvor die ersten Absagen. Die letzte Absage kurz vor Mitternacht.
 
Mein Fahrrad war gerichtet. Die Schmalzstullen geschmiert & gesalzen. Und die Klamotten nochmals gegen eine Lage wärmerer Dinger getauscht.
Apropos die passende Kleidung. Jedes Mal bin ich überrascht, daß insbesondere Rennradfahrer bei gefühlt kalten Temperaturen "sehr" dünn gekleidet antreten.
So auch diesen Samstag. 4 - Lagig zwar, aber alles mehr oder wenig hauchdünne Synthetik.
Wollpullover? Wasserdichte Jacke? Trockene Wechselkleidung? Notdecke aus Alu? Fehlanzeige...
 
Meine Kleidung sah nach dem Tausch wie folgt aus:
Helmmütze // Helm (Plastiktüte als Zwischenlage in Reserve)
Unterhemd lang / Warmes Wintertrikot / Softshelljacke / Regenjacke / Lange beschichtete Träger - Radhose / Rennradhose kurz / Sitzcreme ;-)
Socken / Strümpe / Schuhe / Neoprenüberzieher
Warme Handschuhe / nicht wasserdicht, jedoch die Möglichkeit, die Hände hinter der Lenkertasche zu parken.
Achso: fest montierte Schutzbleche am Fahrrad, die bei solchem Wetter nicht zu unterschätzen sind.
Reserve: trockenes Radhemd, zwei dünne Plastiktüten (orange) sowie Diesel-Plastikhandschuhe von der Tanke.
 
Da dieses Jahr Lanzarote / Mallorca flach fielen, hatte ich gefühlt noch nicht die notwendige Kraft & Ausdauer in den Beinen und wollte mich bescheiden. Hoffte auf Gewichtsverlust (vergeblich;-) und mehr Luft, nachdem ich im Juni letzten Jahres die Marlboros & Co verbannt hatte. Gänzlich.
Einige Extra- Einheiten Spinning im Studio hatte ich absolviert und sie sollten das Vorhaben positiv flankieren. Sagt man so? Oder besser = retten.
 
Retten war gut. Der Regen kam in Kremmen. Die Kälte spätestens ab Wusterhausen. Die Brille beschlug und die Oberschenkel schmerzten ab Stölln (nach der Pause).
Ab Nauen war so langsam die Luft raus und alles voller Sand. Märkischer Sand. Und Spandau zog sich wie Kaugummie. Ach Spandau;-).
 
Und dann der Schock. Die Happy Hour war verschoben. Amstel bot die adäquaten Getränke erst nach 18:00 Uhr zum verbilligten Kauf. Nicht bis 18:00 Uhr... Ich war zu schnell gefahren
und mußte jetzt zuzahlen. Sehr Bitter;-).
 
Und dennoch: ein herzliches Dankeschön an das Amstel House, die uns einen entspannten Aufenthalt ermöglichen und an Ralf S., der auch dieses Mal eine besondere Strecken entwarf, die über ach so viele Widrigkeiten hinweg half...
 
ThanX Klaus